Surfboard Theorie

Unterwasserschiff / Bottom Conture

Das Unterwasserschiff, im Englischen Bottom Contour gennant, beeinflusst das Fahrverhalten des Surfboards entscheidend. Die Kombinatiionsmöglichkeiten der verschiedenen Unterwasserschiffe sind grenzenlos, um einen kleinen Einblick darüber zu verschaffen, erklären wir hier die grundlegenen Arten.
Prinzipiell wird zwischen 3 verschiedenen Unterwasserschiffarten unterschieden, nach innen gewölbt (Concave), nach aussen gewölbt (Convex) und plan (flat); wovon es jeweils die unterschiedlichsten Abwandlungen gibt.
Die Illustrationen zeigen jeweils den Querschnitt des Boards.

Flat

Die einfachste Variante ist ein flat Bottom, dabei ist die Bottom Contour weder nach innen noch nach aussen gewölbt.

bottom-flat

Single Concave

Das Single Concave ist eine sehr häufig verwendete Bottom Contour. Die Rails liegen dabei tiefer im Wasser als die Fläche des Surfboards, es wird ein großer Wasserfluss unter dem Board generiert, dadurch gewinnt es an Stabilität und Geschwindigkeit.

bottom_single-concave

Double Concave

Das Double Concave ist eines der beliebtesten Unterwassserschiffe, oft wird es in Verbindung mit einem Single Concave geshaped. Im Gegensatz zum Single Concave wird der Wasserfluss unter dem Board jetzt in zwei Kanäle unterteilt, dadurch werden Manöver, radikales und vertikales Surfen vereinfacht.

bottom-double-concave

Vee

Der tiefste Punkt ist hier in der Mitte des Boards, das Vee ist also nach aussen gewölbt (Convex). Dieser tief im Wasser liegende Punkt fungiert jetzt als Kipp-Punkt, wodurch das belasten der Rails und Rail-to-Rail Surfen vereinfacht wird. Das Vee tritt auch häufig in Verbindung mit einem Single und/oder Double Concave auf, wobei es dann meist in den letzten paar Inches des Tails wiederzufinden ist.

bottom_vee

Maße

 

Da der Surfsport im englischsprachigen Raum seinen Ursprung hat und die größte Zahl der Anhänger in Australien und den USA bzw. Hawaii zu Hause ist, werden die Länge, Breite und Dicke eines Surfboards in Fuß (ft) und Zoll (in) angegeben. Als Abkürzung haben sich Apostrophe eingebürgert, d.h. 1 Fuß = 1 ft = 1 und 1 Zoll = 1 in = 1“. 12 Zoll entsprechen 1 Fuß.

Einheit

Deutsch

Abkürzung

Größe

metrische Größe

Inch

Zoll

in.

2,54 cm

Foot

Fuß

ft.

12 Inch

30,48 cm

Ein Board mit den Maßen 5’7 x 19 1/2 x 2 1/4 sieht also wie folgt aus:


Länge: 5 Fuß 7 Zoll = ( 5 * 30,48cm ) + ( 7 * 2,54cm ) = 152,4 cm + 17,78 cm = 170,18 cm


Breite: 19 1/2 Zoll = 19,5 * 2,54 cm = 49,53 cm
Dicke: 2 3/8 Zoll = 2,375 * 2,54 cm = 6,0325 cm

Rocker

 

Der Rocker wird ins deutsche am besten als Aufbiegung des Surfboards übersetzt. Am deutlichsten wird der Rocker, wenn das Surfboard auf eine ebene Oberfläche gelegt wird.
Dabei unterscheidet man zwischen Nose-Rocker, Tail-Rocker und allgemein der Rocker-Line.

pt-surfboards-rockerline1

Nose-Rocker

Der Nose Rocker hat besonders großen Einfluss auf das Paddelverhalten des Boards und auf die allgemeinen Fahreigenschaften.
Ein flacher Nose-Rocker bewirkt, dass mehr Fläche des Surfboards im Wasser ist und mehr Auftrieb zur Folge hat, was dabei hilft mehr Geschwindigkeit beim Paddeln aufzubauen und somit die Wellen früher anzustarten. Auch beim Surfen ist der Nose-Rocker wichtig, denn bei einem flachen Nose-Rocker hat das Board, ähnlich wie bei Paddeln, mehr Fläche direkten Kontakt mit der Wasserobfläche und das Board gewinnt dadurch mehr Geschwindigkeit. Der Vorteil der größeren Geschwindigkeit spielt sich aber eher in kleinen und flachen Wellen aus, denn bei steilen und schnellen Wellen kommt es mit einem flachen Rocker häufiger zu Nose-Dives (Eintauchen der Nose).
Für solche Bedingungen, steile und große Wellen, wird dann ein steiler Nose-Rocker bevorzugt, denn die Energie der Welle ist ausreichend um dem Board die nötige Beschleunigung zu geben. Ansonsten verhält es sich umgekehrt zum flachen Rocker.

Tail-Rocker

Der Tail-Rocker hat auf die Paddeleigenschaften des Surfboards weniger Einfluss, dabei ist er aber sehr entscheidend beim Surfen selber.
Ähnlich zum Nose-Rocker bewirkt ein flacher Tail-Rocker mehr Geschwindigkeit, was bei schwachen Wellen von Vorteil ist. In größeren und kraftvollen Bedingungen ist ein steiler Tail-Rocker also wieder von Vorteil, denn dieser passt sich sozusagen der Wellenwand genau an und vertikale Manöver sind besser ausführbar.

pt-surfboards-rocker
Oben: flacher Nose und Tailrocker / Unten: steiler Nose und Tailrocker

Rocker-Line

Die Rocker-Line beschreibt insgesamt die Kurve, die der Rocker bildet. Ist die Rocker-Line eine gleichmäßige Kurve, dann spricht man von eine kontinuierlichen Rocker-Line (Continuous Rocker-Line).
Ist die Rocker-Line in der Mitte Boards gerade und zieht nur an Nose und Tail nach oben, dann spricht man von einer geraden Rocker-Line (straight) mit Nose und Tail-Kick.
Nose-Kick beschreibt den steilen Anstieg des Rockers ab ca. 1ft vor der Nose.
Beim Tail-Kick ist es im Prinzip das gleiche, wobei sich ein Tail-Kick meist auf die letzte 2-5 inches des Boards bezieht.